Malta: Ein Inselstaat mit reicher Geschichte und mediterranem Flair

Die Mittelmeerinsel Malta, deren Fläche mit 246 Quadratkilometern in etwa dem Stadtgebiet von Frankfurt am Main entspricht, liegt ungefähr 100 Kilometer südlich von Sizilien. Die tunesische Küste ist von Malta etwa 300 Kilometer entfernt. Malta blickt auf eine bewegte und vielschichtige Geschichte zurück. Im Laufe der Jahrhunderte herrschten hier Phönizier, Karthager, Römer, Normannen und Spanier, die alle ihre kulturellen Spuren hinterlassen haben. Besonders prägend war die Zeit von 1517 bis 1798, als Malta das Zentrum des Johanniter-Ordensstaates war.

Der Maltesische Archipel und seine Bevölkerung

Malta ist heute die Hauptinsel des eigenständigen Staates, der seit dem Ende der britischen Kolonialzeit (1800 / 1814 bis 1964) existiert. Zum Malta-Archipel gehören auch die wesentlich kleineren Inseln Gozo und Comino sowie einige unbewohnte Kleininseln. Die Republik Malta, die seit 2004 zur EU und seit 2008 zum Euro-Raum gehört, ist dicht besiedelt. Mehr als 350.000 der 420.000 Bürger leben auf der Hauptinsel, deren 68 Orte weitgehend zusammengewachsen sind. Birkirkara ist mit knapp 23.000 Einwohnern Maltas größte Stadt.

Die Geologie und das Wasserproblem

Maltas naturräumliche Einteilung ist zwar wenig abwechslungsreich, aber dennoch eindrucksvoll. Die Geologie der Insel wird durch ihre sogenannte Pultschollenform bestimmt, wobei die Insel nach Südwesten sanft bis auf 250 Meter Höhe ansteigt. Malta besteht vornehmlich aus porösen und verkarsteten Kalksteinschichten.

Die Durchlässigkeit dieser Kalksteinformationen hat verhindert, dass sich auf Malta Seen oder Flüsse bilden konnten. Die Folge ist nicht nur eine relativ karge Vegetation mit wenigen Eukalyptus- und Olivenbaum-Hainen sowie eine geringe Artenvielfalt in der Tierwelt. Die für Malta typische Wasserarmut stellt die Behörden auch vor erhebliche Schwierigkeiten bei der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser.

Wirtschaftliche Säulen und Tradition

Wegen der Kargheit der Böden spielt die Landwirtschaft auf der Insel keine große Rolle. Wichtiger ist die traditionell betriebene Fischerei. Die wichtigsten wirtschaftlichen Säulen des Staates sind der Tourismus (der 40 Prozent des erwirtschafteten Bruttosozialprodukts ausmacht), Finanzdienstleistungen sowie die Werft- und Textilindustrie.

Valletta: UNESCO-Welterbe und Hauptanziehungspunkt

Zu den Hauptsehenswürdigkeiten gehört die pittoreske Republik-Hauptstadt Valletta (mit 7.000 Einwohnern). Die Stadt gehört seit 1980 in ihrer Gesamtheit zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt mit dem Großmeister-Palast, der Kathedrale und dem historischen Fort St. Elmo. Darüber hinaus bietet Malta mit seinen zahlreichen sich in Buchten erstreckenden Fels- und Sandstränden hervorragende Bade- und Wassersportmöglichkeiten.

Sprache und britisches Erbe

Die Landessprache ist das mit dem Arabischen verwandte Maltesisch. Zweite Amtssprache ist das von allen Einheimischen beherrschte Englisch. Ein weiteres, Malta kulturell prägendes Erbe der britischen Kolonialzeit ist der auf der Insel herrschende Linksverkehr.